Abrechnungsrückschaufazit



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Abrechnungsrückschaufazit

Wir haben es gewollt, getan und geschafft: Wir waren mit dem Rad in der belgischen Mittelaltermärchenstadt Brügge. Trotz Übergewicht, trotz Diabetes, trotz Uralt-sein. Wir lassen uns immer wieder die Zahlen auf der Zunge zergehen, schreiben sie mit Kugelschreiber auf einen Zettel, um schwarz auf weiß nachlesen zu können, was so viele Glücksgefühle in uns ausgelöst hat und immer noch auslöst: Insgesamt 78 Stunden und 10 Minuten saßen wir auf unseren schwarzen Brooks-Sätteln, sind in 25 Tagen flotte 1275 Kilometer geradelt. Haben auf 17 verschiedenen Campingplätzen, in einem Hostel, in einer Pension, in einem Fass und in einer Gartenhütte geschlafen. Haben insgesamt € 701,75 nur für Übernachtungen ausgegeben, weitere 45 Euro für Wäschewaschen und –trocknen.

Und doch. Diese Zahlen, Fakten und Daten sind nicht nur unvollständig (wir haben keinen Überblick, wie viel wir eigentlich für notwendige Nahrungsmittel, wie viel für Luxus in Form von Essen gehen, Kaffee unterwegs, Eis und Süßigkeiten draufgegangen sind). Sie können nicht mal im Ansatz vermitteln, welch fantastisches Abenteuer wir als Liebespaar und gleichzeitig als Team erlebt haben. Wie viel unfassbare Freude, wie viel nervigen Frust, wie viel von sämtlich denk- und vorstellbaren Gefühlsachterbahnen wir gemeinsam durchlebt haben.

Ja, das musst du auch erst mal bringen, 24/7 miteinander sein zu wollen – und zu können. Auf engstem Raum. Vollkommen aufeinander angewiesen. Bereit, absolut zu vertrauen, Kontrolle abzugeben. Und gleichzeitig zu 100 Prozent Verantwortung zu übernehmen. Für sich selber und für den anderen. Es ist erstaunlich, wie leicht es war. Und das bei aller Anstrengung. Wir haben diese Tour gemeistert und genossen. Es gab keinen einzigen Moment, an dem einer von uns dachte: Schnauze voll. Feierabend. Abbrechen. Ab nach Hause. Obwohl es immer als Option existierte, haben wir sie nie in Betracht gezogen. Gemeinsam Brügge zu erreichen war unser Ziel und dieses Ziel haben wir erreicht. Manchmal mit Hängen, manchmal mit Würgen. Aber interessiert das am Ende noch irgendjemanden? Nö.

Unterkünfte mit Bewertung. Sieger sind das Campotel (Christian) bzw. der Waldseecampinplatz Bettmar (Tina)

Ja, es war zwischendurch anstrengend. Arschanstrengend. Mehr als einmal bin ich über meine physischen wie auch psychischen Grenzen gegangen. Mehr als einmal habe ich vollkommen die Kontrolle über meine Gefühle verloren. Und mehr als einmal hat Christian mich so motiviert, dass ich Kräfte mobilisieren konnte, von denen ich nur heimlich, still und leise gehofft habe, dass sie tatsächlich existieren. Und vermutlich ist das das Geheimnis dieses Erfolges, dessen universelle Gültigkeit ich nicht scheue zu behaupten: Jede Herausforderung, der man sich gemeinsam oder alleine stellt, fordert vor allem eins: Nicht aufgeben. Niemals. Und wenn man sich zusammen in welches Abenteuer auch immer stürzt, dann braucht es Verständnis für einander. Ist es wichtig, sich gegenseitig Mut zu machen, sich zu motivieren, einander blind zu vertrauen. Kann man übrigens alles lernen. Ehrlich.

Naja, und jetzt sind wir zurück und staunen immer noch, wie zufrieden Minimalismus machen kann, wie frei und entspannt es sich mit dem absolut Nötigsten reisen und am Ende eben zumindest zeitweise leben lässt. Und wir wurden verdammt genügsam: Pro Toilettengang maximal vier Blättchen Klopapier, statt einer halben Rolle. Wie kreativ wir wurden? Ich skandiere fröhlich: Socken zu Armschonern! Mülltüten zu Weinkühlern! Spanngurte zu Wäscheleinen! Sparsam waren wir vor allem bei Postkarten – gerade mal vier haben wir geschrieben und verschickt. Sorry an all, die keinen schriftlichen Gruß von uns bekamen.

Was bleibt eigentlich nach so einem Abenteuer? Schwielen am Hintern? Ja. Oberschenkel, die die Jeans zum platzen bringen? Jau. Waden, um die dich jeder Fußballer beneidet? Ja, auch. Aber vor allem bringt es das Wissen und die Gewissheit: Es gibt keine Hürde, die man nicht nehmen kann. Es gibt immer eine Lösung. Das Wichtigste, was bleibt, sind für mich allerdings diese zwei Fragen: Wohin beim nächsten Mal? Wann geht’s wieder los? (Beide Fragen sind übrigens bereits beantwortet).

Ja, Christian hat mich angesteckt. Jetzt bin auch ich süchtig nach weiteren Radtouren. Zähle ich sehnsüchtig die Wochen und Monate, bis die Räder wieder bepackt und abfahrbereit im Hof stehen. Es wäre gelogen zu behaupten, die Tour war ein einziges Fest. Sie war mitunter tierische Quälerei. Aber sie war eben auch großartig, einmalig, nicht wiederholbar. Und doch! Mitte Mai 2019 werden wir definitiv nicht, wie ursprünglich gedacht, in den Flieger nach Kuba steigen, sondern uns aufs Rad schwingen. Und dann heißt es wieder: Klingo-Castle – Couchpotatos on Tour.

All das haben wir in acht Packtaschen verstaut – und es war immer noch zu viel.

Herzlich Willkommen

Zur chaotisch-schönen Radreise des Klingo-Castle Teams. Begleite uns durch eine aufregende Berg und Talfahrt von Potsdam über Brügge nach Amsterdam.

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TINA

siehst du diese Farbe, liest du meine Gedanken oder Anmerkungen zu Christians Text.

Christian

siehst du diese Farbe, liest du meine Gedanken oder Anmerkungen zu Tinas Text.

Tag 25 – von Vrouwenpolder nach Potsdam



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Tag 25 – von Middelburg nach Potsdam

So. Neue Woche, neues Glück. Und damit kommen wir gleich zur wichtigsten Frage des Tages: Wann ist eigentlich eine gute Zeit, um zu starten? Also, den neuen Tag entspannt, weil ausgeruht zu beginnen? Bevor hier irgendjemand Absurditäten in den Raum trötet, greife ich mal vor und erkläre: Definitiv ist 4.30 Uhr keine gute Zeit. Vollkommen indiskutabel. Maximal ok, um nach dem wattigen Lärmschutz zu tasten und sich in die Ohren zu schrauben. Liebe Daheimgebliebenen, liebe arbeitende Bevölkerung: 4.30 Uhr ist eine echte Kackzeit! Jeder, der um 4.30 Uhr aufstehen muss, wird von mir aufs allergrößte bedauert und bewundert. Ich finde 4.30 Uhr ist mindestens drei Stunden zu früh für alles.

Interessiert aber meine innere Uhr offensichtlich gar nicht. An diesem Montagmorgen um 4.30 Uhr macht es klack – meine Augen klappen auf, ich bin hellwach und gleichzeitig schreiend müde. Draußen ist irritierende Ruhe. Kein einziges Tirili, kein gedämpftes Tschilpen, kein scheues Kuckuck. Nüscht. Stille. Abgesehen vom leisen Schnorcheln im Nachbarschlafsack. Dafür kann ich nicht schlucken, ohne dass Reibeisenassoziationen vor meinem inneren Auge aufploppen. Mein Hals ist rau und wund und ich kann quasi seine Röte spüren. Ah, verdammt. Halsschmerzen! Ganz schlechtes Zeichen. Ich krame so leise es geht nach einem Bonbon, kuschele mich wieder in den Schlafsack und schlucke probehalber noch mal. Nein. Kein doofer Traum. Ich habe tatsächlich schmerzhafte Schluckbeschwerden. Ich werde krank? Echt jetzt? Keine 150 Kilometer vor Amsterdam? Gibt’s ja wohl nicht. Geht gar nicht. Ein winziges Gedankensamenkörnchen buddelt sich in mein noch träge arbeitendes Hirn. Ich kneife die Augen zu, es ist einfach noch viel, viel zu früh für alles. Ich beschließe, einfach nicht mehr zu schlucken, und während ich mich krampfhaft darauf konzentriere, schlafe ich wieder ein. Als ich das nächste Mal die Augen öffne, ratzt mein Frühaufsteher immer noch, sind die Halsschmerzen noch immer da, zeigt die Uhr immerhin schon 7.30 Uhr.

Das Gedankensamenkörnchen von 4.30 Uhr ist zu einem riesigen Gedankenbaum gewachsen, der nur eine einzige Frucht trägt. Name: Fahrverweigerung. Mein Hirn beginnt direkt zu arbeiten und der Gedanken rollt sich vor mir aus zu zwei Sätzen: „Ich möchte heute lieber mit dem Zug nach Amsterdam. Ich möchte mich nicht quälen müssen.“ Überrascht liege ich einen Moment still und lausche in mich. Hab ich das wirklich gedacht? Ich möchte mit dem Zug nach Amsterdam – statt mit dem Rad zu fahren? Ich will mich nicht quälen müssen? Und nur, weil ich ein bisschen Halsschmerzen habe?! Was stimmt denn mit mir nicht?

Verlassen, aber mit pünktlichem Zugverkehr. Ohne Probleme kann man in Holland sein Rad mit in den Zug nehmen.

Beim rauspellen aus dem Schlafsack, beim Schlappen suchen, auf dem Weg zu den Waschräumen, beim Zähneputzen – meine Gedanken kreisen nur darum, wie ich es formuliere, ohne dass es kränklich oder zickig oder nörgelig oder …. „Ich würde gerne mit Zug nach Amsterdam fahren“, sage ich schließlich, während wir beim Frühstück sitzen. Es ist gerade mal 9 Uhr, die Sonne brutzelt jetzt schon, wir haben alles zusammen gepackt und ich habe tatsächlich die Geduld aufgebracht, bis zu diesem Moment zu warten. Überraschenderweise scheint Christian beinahe erleichtert – gibt allerdings zu bedenken, dass es von hier aus schwierig wird nach Amsterdam zu kommen. Völlig egal. Er ist nicht enttäuscht. Alles andere wird sich finden. Innerlich gönne mir einen riesigen Behaglichkeitsseufzer. 

Und was dann passiert, irritiert uns beide – und entlastet uns augenblicklich. Es steht nämlich die Frage im Raum, ob wir überhaupt noch nach Amsterdam wollen? Jetzt, wo die Luft offensichtlich raus ist – aus unseren Körpern wie auch aus den Geldbörsen. Wäre es ein aufgeben, jetzt direkt nach Hause zu fahren? Wir sind uns geradezu absurd schnell einig: NEIN. Unser Ziel war immer Brügge. Amsterdam hatten wir als Endpunkt gewählt, weil man von dort aus schnell (weniger als sechs Stunden) und unkompliziert (entweder per Flix-Bus oder der Deutschen Bahn) zurück nach Potsdam kommt. Jeder betont, kein Problem damit zu haben, dieses Mal nicht nach Amsterdam zu fahren. Läuft uns ja nicht weg, versichern wir uns gegenseitig und sind glücklich und stolz und befreit, dass wir diese Entscheidung so leicht und mühelos getroffen haben.

Bis zum Bahnhof nach Middelburg sind es knapp sieben Kilometer. Und während wir in die Pedalen treten, denke ich bedauernd, vielleicht war mein Vorschlag vorschnell; vielleicht sind die Halsschmerzen gar kein Warnzeichen meines erschöpften Körpers, sondern nur die Probe auf Exempel, ob ich die letzten 150 Kilometer auch noch schaffen will. Doch dieser kleine Gedankenkonflikt löst sich in Wohlgefallen auf, als wir den Bahnhof nach einigem rumkurven durch die Fußgängerzone finden. Am Bahnsteig treffen wir auf ein holländisches Radlerpaar – er wirkt wie ein Guru für Bewusstseinserweiternde Seminare; ihr sieht man an, dass sie seit über 50 Jahren raucht und das bisschen, was sie isst, lieber in Hochprozentigem zu sich nimmt. Beide sind unglaublich herzlich und hilfsbereit. Gemeinsam hieven wir unsere vier vollgepackten Räder in den richtigen Zug. So unkompliziert ist das nämlich bei unseren holländischen Freunden: Jeder Zug – ob Regio oder IC – hat mehrere Radabteile. Sind sie voll, hat man Pech. Ansonsten steigt man mit seinem Rad einfach ein. Ohne Reservierung, ohne kompliziertes Prozedere à la Deutsche Bahn, die sich einmal mehr ein absolutes Armutszeugnis ausstellt, wenn es um Spontan-Reisen geht. Unter drei Tage im Voraus reservieren geht da nämlich schon mal gar nicht. 

Zwei fröhliche holländische Reiseradler, denen wir beim Aus- und Umsteigen behilflich sind.

Die beiden Radler bitten uns, ihnen beim nächsten Bahnhof mit den Rädern zu helfen, weil sie nur zwei Minuten Umsteigezeit haben. Machen wir gerne. In einiger Hektik werden erst unsere beiden Räder an den anderen Mitfahrenden bzw. Aussteigenden vorbei geschoben und auf dem Bahnsteig geparkt. Dann die holländischen Fietsen, </em>dann unsere Räder wieder rein. Wir verabschieden uns eilig, aber fröhlich, uns fliegen noch Kusshändchen zu. Sehr schräg die beiden, sagen wir noch und schauen verträumt aus dem Fenster. Etwa eine Minute nach der herzlichen Verabschiedung starrt Christian mich an: „Wir müssen hier auch umsteigen.“ Hä? Wie jetzt? Scherz? Nein. Mein Navigator macht keinen blöden Witz, sondern zieht schon sein Rad aus der Ecke. Ich tue es ihm nach, wir hieven unsere Räder raus. Zum Glück müssen wir nur den Bahnsteig wechseln – aber: Unser Zug fährt ganz vorne los. Und wir stehen selbstverständlich ganz hinten. Wir sprinten los, ich nutze das Rad wie einen Roller, weil, fahren traue ich mich dann doch nicht. Ich erreiche den hintersten Wagon, als das Geräusch der sich schließenden Türen erklingt. Ich  drücke wie blöd auf den Knopf, der die Tür wieder öffnet. Sehe vorne den Schaffner zur Abfahrt winken. Ich winke ihm zu, versuche verzweifelt zu signalisieren, wir brauchen nur noch einen Moment. Drehe mich um, Christian ist noch immer mindestens zehn Meter entfernt. Warum rollert er nicht, denke ich und brülle gleichzeitig seinen Namen. Drücke erneut auf den Knopf und endlich, die Tür zum Zugabteil öffnet sich. Ich entwickle Bärenkräfte und hieve mein schweres Rad ohne Hilfe ins Abteil. Schaue dabei in die staunenden Augen vom Guru und der Schnapsdrossel mit den knallroten Lippen. Und endlich erreicht auch Christian den Zug, schiebt den Silberpfeil neben Betty Blue. In buchstäblich letzter Sekunde. Die Tür schließt sich und schon rollt der Zug an. Aller Holländer, so richtig was gelernt haben wir die vergangenen drei Wochen irgendwie nicht, oder? Die nächste Bahn wäre in einer Stunde gefahren. Also – wozu eigentlich der ganze überflüssige Stress?

Wir lachen stolz, dass wir es geschafft haben. Unsere beiden holländischen Radler freuen sich, dass wir uns wiedersehen und unsere Plauderei hat die Qualität von alten Bekannten, die sich zufällig wiedersehen. Bevor sie im Abteil verschwinden, bittet die rotlippige Schnapsdrossel, beim übernächsten Halt mit den Rädern zu helfen, weil sie dann nur – richtig! – zwei Minuten Zeit zum umsteigen haben. Der Guru unterbricht seine flatterige Gefährtin und beruhigt: Sie haben ganze sieben Minuten. Na ja, dann. Sie entschuldigt sich, immer so nervös zu sein und dann erzählen sie uns von ihrem Tripp, der sie quer durch Holland geführt hat. Sie nutzen dabei vrienden op de fiets (Fahrradfreunde): Man melde sich im Internet an, zahlt einmalig eine Gebühr von 80 Euro und kriegt dann für ein Jahr lang ganze Häuser oder eben Wohnung vermittelt. Pro Person, pro Nacht für 39 Euro, inklusive Frühstück. Ist jetzt noch mal um einiges teurer als mit dem Zelt, dafür aber natürlich spannend, luxuriös und preiswerter als im Hotel zu übernachten. Und da der Guru und die Schnapsdrossel jeweils die 70 fröhlich  überschritten haben dürften, ist das natürlich eine super Alternative zum Zelten bzw. zum Hotel. Die Fotos, die sie auf ihrem Handy zeigt, machen jedenfalls Lust darauf, dieses „System“ auch mal auszuprobieren. So in zehn Jahren oder wenn wir beide reich und berühmt geworden sind. 

Dann kommt der Schaffner, will aber nicht etwa unsere Tickets sondern, sondern grinst uns an und fragt mit charmantem Akzent auf Englisch, ob ich das gewesen wäre, mit dem Aufspringen in letzter Sekunde. Ich nicke und entschuldige mich zerknirscht. Und er? Grinst diebisch erfreut und lacht: „You did a good job – I did a good job. Everybody is happy.“ Wie? Keine oberlehrerhafte Standpauke, die man sich bei der Deutschen Bahn mit gesenktem Kopf hätte anhören müssen? Nee. Es gibt ein Lob, dass wir so pfiffig waren, den Zug noch geschafft zu haben. Komm, Liebling, lass uns zu den Holländern ziehen.

So komfortabel reisen Räder bei der holländischen Bahn: Mit eigener Parkbucht, wo sie niemanden stören.

Der Guru hatte behauptet, in Hengelo würde es einen Bahnschalter der Deutschen Bahn geben. Da könnten wir dann unsere Rad-Reservierung bekommen. Deswegen sind wir ziemlich entspannt, was unsere Weiterfahrt nach Potsdam angeht. Denn via Internet können wir zwar zwei Sitzplätze für uns reservieren, aber nicht für unsere Räder. Ich schalte per whatsapp Christians Schwester ein, die unschlagbar ist, wenn es um recherchieren von unmöglichen Dingen ist. Aber auch Jule kann nicht weiterhelfen. Wir vertrösten uns gegenseitig auf Hengelo. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss: Es gibt dort keinen Schalter der deutschen Bahn. Dafür bekomme ich eine „Notfallnummer“, die ich anrufe. Auf Englisch erkläre ich unseren Wunsch – wir möchten noch heute nach Deutschland, mit unseren Rädern. Familienangelegenheit. Dringend und so. Ein bisschen auf die Tränendrüse würde helfen, dachte ich. Tja, nicht denken, nachdenken. Hätte ich das getan, wäre mir wieder eingefallen, dass bei der Deutschen Bahn (und bekanntlich nicht nur da) größter Wert auf Umständlichkeit und Kundenunfreundlichkeit gelegt wird.  Die freundliche Holländerin bestätigt das auch, gibt alles – kann uns nach 20 Minuten aber auch nur Tickets inklusive Radreservierung für den folgenden Tag, 14.30 Uhr ab Osnabrück organisieren. Ich sehe mich schon mit den Eltern meines besten Freundes telefonieren, ob sie uns in ihrem Garten zelten lassen würden. Ich gebe meine Kreditkartennummer am Telefon durch (Ich will keinen Kommentar hören! KEINEN!), bestätigte die Zahlung von 99 Euro für zwei Personen und zwei Räder und entscheide dann gemeinsam mit Christian, dass wir auch versuchen können, uns mit den Regionalbahnen nach Hause durchzuschlagen. Das, was ich vor einer halben Stunden noch vehement abgelehnt hatte, erscheint mir angesichts der drohenden Zeltnacht in irgendeinem Osnabrücker Garten jetzt doch irgendwie verlockend. Also verschweige ich, dass die Tickets bereits per Visa bezahlt sind und denke: Hm, blinden Aktionismus muss man sich auch leisten wollen.

Ach, und irgendwie ist es alles sehr vergnüglich. Wir haben zu trinken, genug zu essen, die Sonne scheint und irgendwie ist es absurd, dass wir jetzt mit der Bahn nach Hause fahren. Christian freut sich auf unser trautes Heim, ich habe dazu keine Meinung. Nee, stimmt nicht. Ich würde lieber mit dem Rad weiterfahren. Gleichzeitig bin ich aufgrund meiner Erschöpfung  auch dankbar, heute nicht radeln zu müssen. (Äh, Moment mal. Wo sind eigentlich meine Halsschmerzen?) Wir fahren in kleinen Abschnitten durch die Niederlande zunächst bis nach Niedersachsen. Fast alle wären sie Tagesetappen mit dem Rad. In der  Westfalenbahn haben wir eine sensationell freundlich-witzige Schaffnerin, die uns Vorschläge macht, wie wir am besten weiterkommen. Hat Christian zwar alle Verbindungen längst per Handy organisiert, aber ich habe das Gefühl auch ein bisschen was zu unserer Rückreise beitragen zu wollen.
Dann steht auf der Kippe, ob wir überhaupt die letzte Bahn ab Magdeburg bekommen. Ich bin dafür, jetzt schon (es ist 17.30 Uhr) einen möglichen Abholdienst zu organisieren. Mir fallen auf Anhieb zwei Freundinnen und Schwägerin Jule ein, die diesen Job erledigen könnten. Christian ist dagegen, dass wir jemanden mit unserer Angelegenheit behelligen. Dieser Moment hat tatsächlich mehr Streitpotential als alles, was wir in den vergangenen Wochen miteinander erlebt haben. Aber wer will sich schon das Ende eines unglaublichen Abenteuers versauen, indem er auf seiner Meinung beharrt? Christian will es jedenfalls nicht und nimmt mir damit den Wind aus den Segeln.

Hauptbahnhof im niedersächsischen Braunschweig, 18.30 Uhr und ganz 7 Minuten Zeit zum Umsteigen.

Ich beginne für unseren Blog zu schreiben, Christian liest. Wir schaffen mit Leichtigkeit den Regio von Braunschweig nach Magdeburg und kniffeln im leeren Abteil eine große Partie. Überhaupt vergeht die Zeit unglaublich schnell. Viel zu schnell. Alles läuft so unverschämt unkompliziert – kenm’ ich sonst nicht von der Bahn -, dass wir Montagnacht, bzw. Dienstagmorgen um 1.10 Uhr auf dem Potsdamer Hauptbahnhof die Räder aus dem letzten Regio dieser Nacht, die Rolltreppe erst hoch und dann wieder runter schieben. Unglaublich. Unfassbar. Noch vor 13 Stunden saßen wir irgendwo in Holland – jetzt sind wir zuhause.
Der Vollmond begrüßt uns. Wir schwingen uns auf unsere Räder, machen einen kurzen Zwischenstopp bei unserer Lieblingskneipe, die gerade schließt und wo man uns offensichtlich überhaupt nicht vermisst hat. Wir radeln weiter durch die laue Sommernacht und sind uns einig: Eigentlich könnten wir die ganze Nacht durchfahren nach … wohin auch immer.

An diesem Morgen spielen viele Faktoren für unsere Entscheidung eine Rolle. Klar, das Wetter der letzten Tage war unglaublich anstrengend und die uns heimsuchenden Krankheiten ebenfalls. Finanziell war zumindest ich am selbstgesetzten Limit, auch wenn Amsterdam sicher gerade noch zu stemmen gewesen wäre. Allerdings stellt sich mir die Sinnfrage dieses Unternehmens: Fahren wir jetzt mit dem Zug nach Amsterdam, um uns die Stadt im Zweitageseiltempo anzuschauen, nur um dann wieder mit dem gleichen Zug in die Gegenrichtung zu fahren? Denn sicher ist eines: Mich stören die Räder in Großstädten erheblich. Was mich auf dem Land unglaublich flexibel und frei macht, erweist sich in Städten oftmals als ziemlicher Bremsklotz. Nein, ich will nicht mit dem Rad durch Amsterdam, auch wenn es eine der fahrradfreundlichsten Städte auf diesem Kontinent sein soll. Amsterdam anfahren, nur um im Nachhinein behaupten zu können, in Amsterdam gewesen zu sein? Alles in allem spricht für mich viel gegen die Fortsetzung der Reise, aber nichts so sehr wie die Tatsache, dass ich einfach unglaublich erschöpft bin und gleichzeitig super aufgeregt, auf das, was da jetzt vor mir, vor uns liegt: Ein neuer Abschnitt im Leben. Und ich kann ihn kaum erwarten.
Ja, ich möchte jetzt nach Hause und ja, ich bin glücklich mit der Entscheidung und ja, ich bin fröhlich, als wir in Middelburg ankommen und den Zug besteigen können. Die letzten 6 Etappen der Tour liegen jetzt zwar noch vor uns, aber diese werden wir heute alle in einem Rutsch erledigen. Auch wenn es zwischenzeitlich so aussieht, als würden wir irgendwo für eine Nacht stranden, habe ich wie immer Vertrauen in das Leben.
Und während wir aus den Zugfenstern schauen, erkennen wir hier und dort Stellen und Orte, die wir Tage oder Wochen zuvor aus eigener Kraft erreicht haben. Mir fallen Geschichten zu ihnen ein, und Stimmungen, die unser Handeln bestimmt haben, werden wieder spürbar. Und am Ende des Tages werden aus den heute Morgen geplanten 64 Kilometern plötzlich 862 Kilometer. Meine Erschöpfung, die mir in den letzten Tagen so unaufhaltsam in die Knochen geschlichen ist, weicht der Freude, endlich wieder zu Hause zu sein. Und noch etwas fällt mir auf, nämlich, dass man den viel beschworenen Punkt des Aufhörens oftmals verpasst. Wenn es am schönsten ist… Dazu habe ich ganz klar eine Meinung: Man weiß erst auf der Talfahrt, wann man den Höhepunkt überwunden hat. Und dann, nicht vorher, sollte man den Punkt zum Absprung finden. Ich glaube, das haben wir ganz gut geschafft. Ohne Plan, sondern nur aus dem Bauchgefühl heraus.

 

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Tag 22 – Ruhetag in Brügge



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Tag 22- Ruhetag in Brügge

Darf man dem Internet glauben, haben sich die knapp 118.000 Einwohner von Brügge (Stand 2017) längst mit den Touristenströmen – jährlich etwa 6 Millionen Besucher aus aller Welt – arrangiert, genau wie mit dem Überangebot an Pralinenshops, den Kutschen, den Booten auf dem Kanal… Man darf uns glauben, wenn wir schwören: Wir haben ein paar Dinge ausgelassen, die ein „echter“ Touri in diesem wunderschönen Unesco Weltkulturerbe glaubt erleben zu müssen: Wir haben weder 50 Euro für eine halbstünde Kutschtour durch den historischen Stadtkern investiert, noch die 8 Euro pro Person für eine etwa 25 minütige Bootstour. Wir haben uns die 12,50 Euro pro Person gespart, um vom Belfry den fantastischen Blick auf die mittelalterliche Stadt zu genießen. (2007, als Brendan Gleeson den Turm erklimmen wollte,  kostete der Eintritt übrigens noch 5 Euro.) Ok, ich konnte am Vortag nicht auf die belgische Waffel verzichten und heute, am späten Nachmittag, haben wir für 9 (in Worten neun!) Euro zwei Portionen belgische Pommes gegessen, die leider alles waren, nur nicht lecker. Egal. Abstriche gehören dazu.


Und so habe ich übrigens den Vortag erlebt: Christian fragt mich nach 50 Kilometern fahren, wie ich mich denn heute eigentlich fühle, so kurz vor dem Ziel. In mir toben seit dem Morgen so viele Empfindungen, dass ich sie nicht sortiert bekomme. Also sage ich „totales Emotionschaos“. Vermutlich hat er mit dieser Antwort gerechnet, denn er nickt nur und dann fährt er wieder vor und lässt mich mit der Gefühlsachterbahn alleine. Ich rufe mich zur Räson, jetzt nicht in Tränen auszubrechen, sondern das fahren zu genießen, den Moment, das Wissen, heute ist der Tag der Tage: Wir werden in wenigen Stunden Brügge erreichen. Ich erkläre meinem aufgewühlten, meinem anderen Ich, dass es doch schon auch schön wäre, sich zu freuen, statt sich in tränenreicher Überforderung zu suhlen. Überzeugt. Ich lächle probehalber. Für die Beckerfaust, kombiniert mit einem gellenden Yeaha-Schrei fehlt mir dann aber doch der Mut.
Und dann steht da auf einem Schild: „Brügge 20 km“. Natürlich muss ich das fotografieren. Genau wie das mit „Brügge 16 km“. Als es nur noch 9 Kilometer sind, verzichte ich auf ein weiteres Foto. Es geht am Kanal lang, vorbei an Kühen und Schafen und Hühner und doch habe ich keinen Blick mehr für das fröhliche Viehzeug. Ich starre geradeaus, bin auf Autopilot. Und dann: Brügge, Stadtgrenze. Wenn ein Ortseingangsschild geben sollte – ich habe es nicht gesehen. Ich fahre wie in Trance über eine der 14 Brücken Richtung Zentrum. Ich möchte wetten, meine Augen sind riesig, vermutlich steht mein Mund offen und geatmet habe ich ganz bestimmt auch nur alle 50 oder 70 Sekunden oder so.
Ich registriere aus dem Augenwinkel die vielen kleinen Hotels, die B&B-Schilder. Es geht am Kanal entlang, der den historischen Kern umschließt. Sind es viele Touristen an diesem Donnerstagnachmittag, die sich hier tummeln oder nicht? Vermutlich. Ich aber habe keinen Blick für die Menschen um mich herum, nur für die Architektur, für die Häuser. Selbst auf Christians „Wie unser Holländisches Viertel, nur in schön.“, antworte ich nicht. Staunen, fahren, Kopf rechts, Kopf links. Meine Augen sind überall, versuchen alles aufzunehmen und sind hemmungslos überfordert. Und dann stehen wir plötzlich auf dem weiten Rathausplatz. Und ja, wenn auf irgendwas Verlass ist, dann auf meine überbordenden Gefühlsausbrüche. Da rollen sie dann eben doch, die Tränen der Freude, der Überforderung, der Erleichterung. WIR SIND IN BRÜGGE.

Nach einigem Suchen haben wir dann unser „Hostel Lybeer“ gefunden, fünf Minuten zu Fuß vom Marktplatz, 196 Euro für zwei Nächte (ein echter Schnapper. Je nach Geldbeutel kann man auch locker das doppelte oder bei unbedingtem Luxuswillen eben das Zehnfache pro Nacht blechen.) Im Zimmerpreis nicht inbegriffen: Die Unterbringung von Betty & Silverstar. Aber, und das nenn ich mal vorbildlich, es gibt keine fünf Minuten vom Hostel entfernt (irgendwie scheint hier alles keine fünf Minuten entfernt zu sein), eine bewachte Tiefgarage, wo man die Räder für 24 Stunden parken kann. Kostenlos!

Kaum haben wir uns für das „Luxury Hostel“ entschieden und den Schüssel für Zimmer 4 (zweiter Stock, superenge Treppen) bekommen, beginnt es zu grollen und gleich darauf auch zu regnen. Während ich die Formalitäten erledige, schleppt Christian unsere acht Satteltaschen, das Zelt und die beiden Lenkertaschen nach oben. Wir wollen sofort die Räder in trockner Sicherheit wissen. Ich tippe trotz fehlender Brille selbstbewusst auf einen Punkt auf der Karte, den mir das junge Ding an der Rezeption aufgekringelt hat, und dann geht’s los. Aus alter Gewohnheit überlasse ich Christian die Führung.

Nun ja, bist du fremd in einer Stadt, versteif dich bloß nicht auf Zeit- und Distanzangaben der Einheimischen. Funktioniert nicht. Im Regen kurven wir von rechts nach links, suchen die Radgarage, finden sie aber nicht. Es nervt.

Tatsächlich gehört die Navigation innerhalb von Städten nicht unbedingt zu meinen Kernkompetenzen. Und ich weiß auch nicht, welcher Narr mich immer reitet, diese Aufgabe schnell mal eben meistern zu wollen. Städte überfordern mich und Brügge eben auf Grund der Tatsache, dass hier so unglaublich viele verschiedene Eindrücke auf mich einprasseln noch viel mehr. In Dörfern oder kleinen Städten ein Zentrum zu finden ist meist leicht. Such dir den Kirchenturm heraus und dann hast Du auch den Ortskern. Aber was, wenn da 10 Kirchtürme sind? Dann muss man sich Details merken und da bin nicht sonderlich gut drin. Wenn jetzt noch der Druck des Regens dazu kommt, mache ich ganz automatisch Flüchtigkeitsfehler. Aber…
am Ende finden wir den Eingang natürlich doch noch, schließen unsere treuen Gefährte mit etwas mulmigen Gefühl aneinander und sind zu spät, um noch was im Supermarkt einkaufen zu können. Als wir fast eine dreiviertel Stunde später tropfnass in unserem winzigen Zimmer sind, hopsen wir schnell unter die Dusche und schleppen unsere restlichen Lebensmittel – Nudeln, Tomaten, eine Ecke Zuccini, zwei Lauchzwiebeln – in die Hostelküche und kochen unser Abendbrot. Christian nimmt das hauseigene Bier (flotte 4 Euro für 0,33 l) ich einen Weißwein (mit 3,50 Euro irgendwie fast ok) – und sind beide nicht begeistert, was uns hier geschmacklich für zu viel Geld geboten wird. Aber, hey, Brügge ist eine DER Touri-Städte überhaupt. Da darf man nicht ernsthaft für Preise diskutieren. 
Was ich natürlich trotzdem tue. Ich finde die Preise nämlich wirklich schwierig und bin selten gewillt, solchen Wucher auch noch zu unterstützen. Ich weiß, dass ich da manchmal eine Spaßbremse bin, aber solche Touriabzocke finde ich einfach blöd. Brügge ist nach der Versandung des Nordseezugangs im 16ten Jahrhundert absolut verarmt und es lag praktisch im Koma, bis ein findiger Geschäftsmann kam, dessen einzige Leistung es war, die Stadt zu einer touristischen Atraktion zu erklären und seit dem wird bares Geld in rauen Mengen gescheffelt. Inzwischen ist es für viele der ursprünglichen Einwohner überhaupt nicht mehr finanzierbar dort zu wohnen. Ein Schicksal, welches Brügge mit Prag und vielen anderen Städten solcher Art teilt. Eine Stadt ist für mich aber mehr als ein paar Häuser und Museen. Es gehört eben auch seine Einwohner dazu und die verschwinden nach dem Einsetzen der Massen. Was übrigbleibt, ist dann oftmals nur ein großes Museum ohne eigenes Leben. Im Falle von Brügge ist dies vielleicht etwas übertrieben, aber wir sind eben auch noch nicht am Ende der Fahnenstange was Wochenendtrips, Billigflugangebote und Kreuzfahrten angeht. Ich frage mich allerdings wie Menschen, dessen Budget knapper als das unsere ist, jemals in den Genuss einer solchen Sehenswürdigkeit kommen können? Irgendwie erinnert mich das an zu Hause, wo ja gern einigen Menschen mangelndes Interesse für Kultur und daher eine Spezialisierung auf Nachmittagsfernsehen vorgeworfen wird, aber zeitgleich Theater- und Konzertkarten für die Masse immer schwerer zu finanzieren sind. Ja liebe Kulterschaffende: Wenn Menschen bereits beim Kauf eines Bahntickets den Restmonat durchzurechnen beginnen, braucht ihr Euch nicht wundern, dass sie kaum für 39€/Person in die deutsche Oper stürmen.Was ich natürlich trotzdem tue. Ich finde die Preise nämlich wirklich schwierig und bin selten gewillt, solchen Wucher auch noch zu unterstützen. Ich weiß, dass ich da manchmal eine Spaßbremse bin, aber solche Touriabzocke finde ich einfach blöd. Brügge ist nach der Versandung des Nordseezugangs im 16ten Jahrhundert absolut verarmt und es lag praktisch im Koma, bis ein findiger Geschäftsmann kam, dessen einzige Leistung es war, die Stadt zu einer touristischen Atraktion zu erklären und seit dem wird bares Geld in rauen Mengen gescheffelt. Inzwischen ist es für viele der ursprünglichen Einwohner überhaupt nicht mehr finanzierbar dort zu wohnen. Ein Schicksal, welches Brügge mit Prag und vielen anderen Städten solcher Art teilt. Eine Stadt ist für mich aber mehr als ein paar Häuser und Museen. Es gehört eben auch seine Einwohner dazu und die verschwinden nach dem Einsetzen der Massen. Was übrigbleibt, ist dann oftmals nur ein großes Museum ohne eigenes Leben. Im Falle von Brügge ist dies vielleicht etwas übertrieben, aber wir sind eben auch noch nicht am Ende der Fahnenstange was Wochenendtrips, Billigflugangebote und Kreuzfahrten angeht. Ich frage mich allerdings wie Menschen, dessen Budget knapper als das unsere ist, jemals in den Genuss einer solchen Sehenswürdigkeit kommen können? Irgendwie erinnert mich das an zu Hause, wo ja gern einigen Menschen mangelndes Interesse für Kultur und daher eine Spezialisierung auf Nachmittagsfernsehen vorgeworfen wird, aber zeitgleich Theater- und Konzertkarten für die Masse immer schwerer zu finanzieren sind. Ja liebe Kulterschaffende: Wenn Menschen bereits beim Kauf eines Bahntickets den Restmonat durchzurechnen beginnen, braucht ihr Euch nicht wundern, dass sie kaum für 39€/Person in die deutsche Oper stürmen.

Wir sitzen also da, nippen an unseren Getränken, beobachten die vielen vor allem jungen deutschen Gäste und realisieren nur mühsam, dass wir es wirklich geschafft haben. Wir sind in Brügge. Als es gegen 22 Uhr aufhört zu regnen, raffen wir uns auf, die nächtliche Märchenstadt wenigstens ein bisschen zu erkunden.

Wir finden den Turm, aus dem Brendan Gleeson als Auftragskiller Ken stürzt. Auch einige andere Motive aus „Brügge stehen und sterben“ entdecken wir. Diese Stadt ist unwirklich in ihrer mittelalterlichen Pracht und übervoll mit Eindrücken geht’s nach zwei Stunden zurück in unser winziges Zimmer. Ich bin froh, dass wir nicht auf einem Campingplatz sind.


Heute ist also unser offizieller Brügge-Ruhetag. Aber natürlich kann man nicht ernsthaft von Ruhe sprechen, wenn man mit tausenden Touristen durch die Straßen pflügt. Ich schlafe mal wieder länger als ich eigentlich will. Christian war schon bei den Rädern (alles ok) und im Supermarkt (Preise wie in der Apotheke), es gibt unser übliches Frühstück in einem winzigen Innenhof. Der Himmel ist enttäuschend bedeckt, es ist diesig, die Luft riecht nach Regen. Strahlend blauer Himmel wäre die perfekte Kulisse für die mittelalterlichen Steinbauten gewesen. Wir lassen uns ohne konkretes Ziel treiben, gehen mal links, mal rechts, versuchen den Touristenströmen auszuweichen, spotten und staunen und bewundern. Landen in einem winzigen Gebäude mit verwunschenem Innenhof, der direkt an den Kanal grenzt. Es ist so verdammt romantisch, hier könnte ich Weltbestseller schreiben. Mindestens. Blöderweise ist David de Graef schneller gewesen und hat das verwinkelt-romantische Häuschen aus einer anderen Zeit gemietet. Hier entstehen verstörenden Bilder, jenseits der Moral, aus einer Parallelwelt, die gleichzeitig faszinieren und verstören. Er ist ein freundlicher, zierlicher Mensch mit flatterigem Silberhaar. Einem Gespräch ganz offensichtlich nicht abgeneigt – allerdings hat ihn sich bereits ein Pärchen gekrallt und der weibliche Part schießt mit bösen Blicken um sich. Mir fehlt es heute an Lässigkeit, um diese offensichtliche Aufforderung, sie gefälligst mit dem Künstler alleine in dem Raum zu lassen, zu ignorieren. Ich schleiche um die großformatigen Paintbrush-Bilder in Sepia herum, formuliere all die Fragen, die ich ihm stellen möchte, im Kopf – um dann nach 15 Minuten vergeblichen Wartens resigniert aufzugeben. Ich habe das Gefühl, eine große Chance vertan zu haben.
Christian hat draußen rauchend auf mich gewartet, Touris beobachtet und ist nicht so richtig happy mit den vielen Menschen. Ich kann die heute alle wunderbar ausblenden. Im bummeligen Schlenderschritt geht’s über ein kleine Brücke. Waren wir hier schon mal?
Oder zweimal?

Haben wir dieses Gebäude nicht gerade erst von der anderen Seite bewundert? Was an Eindrücken an diesem Tag auf uns einprasselt, ist überwältigend. Eine ehemalige Kirche, die jetzt Partylocation ist. Eine hochmoderne Brücke, die aus weißen Dreiecken an Stahlseilen an einen mehrmastigen Schoner erinnert. Ein sich aus dem Kanal erhebender Wal – weißer Rücken, blauer Bauch – aus vor Haiwaiis Küsten gesammelten Tonnen von Plastikmüll. Die Architekten Jason Klimoski und Lesley Chang vom New Yorker StudioKCA haben anlässlich der zweiten Kunst-Triennale dieses spektakuläre wie gigantische Mahnmal gegen den Klimawandelt konstruiert. Ja, auch Christian lässt sich zur Free-Willy-Geste hinreißen. Ob sich der monströse Plastik-Wal tatsächlich zum Selfie-Magneten entwickelt? Ich jedenfalls lasse unser Deppenzepter stecken. Genieße die Kunst lieber pur, will das Foto irgendwann ohne unser dümmlich-verzücktes Grinsen betrachten.
Einen weiteren Beitrag der diesjährigen Kunsttriennale entdecken wir einige Stunden später, den orange-pinkfarbenen „Selgascano pavilion“. Eine meiner Meinung nach nicht wirklich durchdachte Installation der spanischen Architekten José Selgas und Lucia Cano (beide Jahrgang 1965). Es soll ein idealer Erholungsort auf dem Kanal sein. Entschuldigung, schon mal bei 28 Grad im Schatten unter Plastik gegessen? Nicht? Na, dann viel Spaß beim Schwitzen bis zum Erstickungstod.

Der Selgascano pavilion – ein oranger Lindwurm auf einem nicht sonderlichen belebten Seiten-Kanal
Free Willy – von den New Yorker Architekten anlässliche der zweiten Kunst-Triennale in Brügge erschaffen

Wir gucken und staunen und starren und bewundern weiterhin, schlendern, bleiben stehen, diskutieren, bewundern noch mehr und am Ende haben wir sechs Stunden lang gefühlt sämtliche Straßen von Brügge einmal
oder zweimal!
abgelaufen. Und haben dabei nur einen Bruchteil dessen gesehen, was dieses Kleinod zu bieten hat.
Manches aber auch zweimal.
So verpassen wir bedauerlicherweise das Museum der flämischen Meister, darunter mit Werken von Jan van Eyck, über den ich gerade ein spannendes Buch gelesen habe. Wie wir überhaupt auf einiges verzichten, nicht nur, weil der Boden unserer Tourkasse mittlerweile sehr sichtbar ist, sondern weil uns einiges unangemessen teuer erscheint. Einmal ins Diamantenmuseum – 12 Euro pro Person. Och, nö. Christian will mir sowieso kein Brilli-verziertes Armband schenken. Und ganz ehrlich – wen interessiert ein Schokoladenmuseum? Uns jedenfalls nicht. Obwohl: Hätten wir Diamanten und Schoki kombiniert, wären es nur 14 Euro pro Person gewesen.
Um ehrlich zu sein: Selbst für eine vergleichsweise kleine Stadt wie Brügge braucht man wenigstens drei Tage, um ernsthaft sagen zu können, sie erlebt zu haben. Aber die Wahrheit ist auch: Wir sind nach diesem Tag nur noch platt und so voller Eindrücke, dass wir wissen, mental packen wir keinen weiteren Tag, haben jetzt schon den kompletten Overflow. Deswegen geht’s auch morgen weiter Richtung Amsterdam. Sind noch knapp 190 Kilometer, als gut 3 entspannte Radel-Tage.
Als wir nach dem Abendessen – wieder gekocht in der Hostel-Küche – zusammensitzen, ziehen wir ein müdes, aber glückliches Resümee, das da lautet: Brügge ist eine einzigartige, eine spannende, aufregende Stadt. Es hat sich absolut gelohnt. Und ja, ich würde auch noch ein zweites Mal her kommen. Vielleicht eher im Herbst? Ach, absurd zu glauben, dass es dann weniger Touristen hierher treibt.

Plötzlich überkommt mich eine grenzenlose Erschöpfung. Und die hat nichts mit dem heutigen Pflasterlaufen zu tun. Mir wird auf einmal klar, dass ich nicht mehr mag. Wir haben unser großes, unser erstes gemeinsames Ziel erreicht. Amsterdam erscheint mir plötzlich als Bürde. Ich schiebe den Gedanken beiseite, dass ich jetzt eigentlich lieber nach Hause möchte und verschweige auch Christian das Gefühl der Motivationslosigkeit. Ich bin vermutlich einfach nur müde.

Herzlich Willkommen

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Tag 8 – von Rehburg-Loccum nach Porta Westfalica



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Tag 8 – von Rehburg-Loccum nach Porta Westfalica

Bedauerlicherweise können wir uns am folgenden Morgen nicht von der quirlig-herzlichen Birgit verabschieden. Vermutlich streift sie mit ihrer weißen Schäferhündin durch die Wiesen vom Erlengrund, diesem verzauberten Ort, irgendwo im Nirgendwo. Es geht gleich mit einer Steigung los, die mich spüren lässt, wie erschöpft ich bin. Meine Oberschenkel scheinen sich in den vergangenen sieben Tagen verdoppelt zu haben, sind krachhart und mit meinem Hintern könnte ich inzwischen vermutlich Nüsse knacken.

Pollenhagen und sein Tante-Emma-Lädchen wie aus der Vergangenheit – einmal hin, alles drin.

Die härteste Nuss des Tages allerdings, die hat Christian zu knacken. Weil mich mitten im Wald, etwa acht Kilometer von Bückeburg entfernt, eine gigantische Erschöpfungswelle überschwemmt (wir erinnern uns – ich trage den Titel Dramaqueen nicht zum Spaß! Wer das nachlesen möchte: sehr ausführlich unter www.millas-Blick.de beschrieben). Auf einem nach Harz und Wärme und Sommer riechenden Holzstamm sitzend, heule ich mir die Augen aus dem Kopf. Weltschmerz. Lebenskatastrophe. Sinnesverzweiflung. Von Allem in großen Portionen. Oh ja, ich weiß sehr genau, wie ich einen perfekten Vormittag ruinieren kann. Ganz im Ernst: Blauer Himmel, Sonne und nicht mal der Hauch einer zivilisatorischen Störung. Nur absolute und unbedingte Stille. Lediglich durchbrochen vom zarten Summen einer Biene. Oder dem kurzen Tschilpen eines sorglosen Vogels. Und da, aus heiterem Himmel, ist sie da die große Panik vor – sucht euch was aus, liebe Gemeinde der 40+. Ohne das blöde W Wort zu bemühen: Steckt nicht in jedem von uns immer mal wieder ein bisschen Weltschmerz? 

Doch dann erreichen wir Pollenhagen. Ein kleiner Ort im Nirgendwo, verschlafen, wo scheinbar nur noch die Alten und die ganz Alten leben. Wo Anneliese mit einer Kollegin (vielleicht ist es ihre Schwester, vielleicht ihre Schwägerin. Wir haben es leider nicht rausgefunden) den kleinen EDEKA mit freundlichstem Fleiß täglich aufschließt. Frische Brötchen, frischen Aufschnitt, frischen Käse, aber auch Dosen- oder Tütensuppen, Kosmetikartikel und Keramika verkauft. Das, was früher als Tante-Emma-Laden bezeichnet wurde. Wir kaufen Brötchen und Aufschnitt und Christian fragt, ob er einen Kaffe haben kann. Was dann passiert, wird uns noch bis Ende der Tour als die Episode “Anneliese” in Erinnerung bleiben: Besagte Verkäuferin / Ladenbetreiberin verschwindet mit einem fröhlichen Lächeln hinter der Fleischtheke und taucht viele Minuten später mit einem Becher Kaffee in der Hand auf. Frisch aufgebrüht. Bezahlt haben wir 1 Euro (in Worten einen). Und während Christian noch an der Fleischtheke wartet, komme ich mit Annelieses Kollegin ins Gespräch. Sie verkauft mir eine Schachtel PallMall ohne Zusätze, ich fühle mich bemüßigt zu betonen, dass die Kippen nicht für mich sind, weil ich nämlich vor 5 Kilo aufgehört habe zu rauchen, und sie erzählt mir mit einigem Stolz, dass sie nie geraucht und deswegen auch nie Gewichtsprobleme gehabt hat. Sie hat früher Konfektionsgröße 34 getragen und jetzt, mit Ende 50, tut sie es immer noch. Naja, so genau wollte ich es dann eigentlich doch nicht wissen.  

Warten auf den Kaffee zum Mitnehmen. Frisch aufgebrüht und trotzdem nur 1 €

Ich frage beim bezahlen, ob wir mit unseren Brötchen und dem Kaffee auf der kleinen Mauer vor dem EDEKA sitzen und frühstücken dürfen. Wir dürfen. Mit dem 1-€-Kaffee, zwei Brötchen für jeden mit Aufschnitt sitzen wir also auf der Mauer, auf der Lauer und fühlen uns ein bisschen wie im Kino: Heinz kommt in seinem dicken Mercedes aus den späten 90er Jahren und hält direkt vor dem Fenster neben dem EDEKA. Das Fenster öffnet sich, ein Mann jenseits der 80 guckt raus und dann wird erst mal ausgiebig gesprochen. Leider zu leise, um zu verstehen, worum es geht. Eine voluminöse Frau, von der wir nicht wissen, ob sie die Mutti oder die Omma von der etwa 4-Jährigen an ihrer Hand ist, stellt fest, dass der kleine blonde Fratz seine Trinkflasche hat fallen lassen. Die ist unters Auto gerollt. Keine 10 Zentimeter von der Beifahrertür entfernt. Wir sehen sie. Mutti (oder Omma, wer weiß es schon so genau) sieht es auch und handelt. Nein, sie kniet nicht nieder, um mit ausgestrecktem Arm die Flasche zu angeln. Nein. Sie steigt ein, fährt vor, steigt wieder aus, hebt die Trinkflasche auf, putzt den Schnuller an ihrer wallenden Hemdbluse ab, öffnet die hintere Tür, reicht dem Kind die Flasche, steigt vorne wieder ein und fährt. Ja. Genauso ist es gewesen, in Pollenhagen, Mittags gegen 13 Uhr.

Bei aller Fröhlichkeit und Abenteuerfreude: Tag für Tag um die 100 Kilo Gewicht nur Kraft seiner Beine von A nach B zu transportieren, ist nun mal kein Urlaub. Wir reden hier nicht ausschließlich von Tina, sondern noch von Fahrrad und Gepäck. Den haben mir übrigens viele Freunde und Bekannte gewünscht: Einen schönen, spannenden Urlaub. Nein, liebe Daheimbleiber und treue Blogleser. Eine Radtour wie diese ist kein Urlaub im klassischen Sinn, auch wenn sie viele klassische Elemente enthält. Sich Tag für Tag zu motivieren, seine körperliche Belastbarkeit auszutesten, wahlweise zu überschreiten, ist eine Grenzerfahrung, wie zumindest ich sie noch nicht in der Form erlebt habe. Ich bin versucht, es klein zu reden, fürchte allerdings Christians Tadel und gestehe deswegen: Die Tour ist arschanstrengend. Und ich rede an dieser Stelle nicht von den Naturgewalten wie Gegenwind, knallende Sonne, Steigungen, die mich an die Kotzschwelle bringen. Auch nicht die zum Teil unfassbar rücksichtslosen Autofahrer, die schlechten Radwege, die diese Bezeichnung nicht verdienen. Nein, es ist das Alleinsein mit sich und seinen Gedanken, die Tango tanzen und sich nur schwer in Zaum halten lassen. Da können schon auch alte Geschichten von Verrat und Verlassenwerdens hochkommen, die Wut auf Freunde, die keine mehr sind, die Trauer über Verluste. Ja, es ist tatsächlich nicht nur spaßiger Luxus, so viel Zeit für sich selber und seine Gedanken und Erinnerungen zu haben. Was aber nicht bedeutet, dass ich bislang auch nur eine Minute / nur einen gefahrenen Kilometer bereue.


Der Frustanfall dauert eine knappe halbe Stunde – dann muss einfach Schluss sein, wir haben keine Taschentücher mehr übrig und auch das Klopapier wird knapp. Christian lenkt meine Gedanken auf einen Mistkäfer und es dauert ziemlich lange, bis ich begreife, worauf er hinauswill. Mit verquollenen Augen und dem wilden Wunsch, mich nicht von meinen Emotionen und Ängsten ernsthaft aus der Bahn werfen zu lassen, treten wir in die Pedale, erreichen nach 3:42 Stunden reiner Fahrzeit und 59,11 Kilometer den Campingplatz Weserbogen um 16.10 Uhr. Bauen unser Zelt auf, räumen es ein – und die zweite Erschöpfungswelle droht mich ohne Rücksicht auf Nachbarn in ihren Zelten und Wohnwagen zu ersäufen wie eine kleine Katze im Sack eines gefühlskalten Bauern. Es hilft nichts – außer aushalten. Und hoffen, dass der nächste Tag besser wird. Gute Nacht, böse Gedanken.
Ich denke, ohne es genau zu wissen, Tina erlebt gerade das Gleiche wie viele andere, die eine beschwerliche Pilgerreise wagen. Im Alltag verdrängen wir böse Gedanken und verstecken sie unter allerhand Beschäftigung. Um unsere eigenen Probleme nicht thematisieren zu müssen, stürzen wir uns manchmal leidenschaftlich auf die Probleme der Anderen. Das alles geht hier nicht. Beim Touren bin ich dazu gezwungen, mich mit mir selbst zu beschäftigen, denn Gespräche beim Fahren sind zumindest auf öffentlichen Straßen kaum möglich.

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